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Der Dortmunder Zoo - Ein Zoo im Umbruch (Umbau)…

 

Eines vorweg, ich habe eine Jahreskarte, und bin Mitglied bei den Zoofreunden des Dortmunder Zoos, somit ist diese Bewertung sich nicht ganz so kritisch, wie sie bei anderen Besuchern ausfallen würde. Der Dortmunder Zoo ist ein städtischer Zoo. Für Tierfreunde, die einen Faible für südamerikanische Tiere haben ist Dortmund ein Zoo mit vielen interessanten Arten:
Jaguar, Flachlandtapir, Kleiner und Großer Ameisenbär, Guanako, Großer Mara, Nandu, Kaiserschnurrbart-Tamarin, Grüner Leguan, Waldschildkröte, Anaconda, Rosa Löffler, Südlicher Pudu, Gemeines Meerschweinchen, Scharlachsichler, Totenkopfaffe, Stirnlappen-Basilisk, Andenkondor, Schopfkarakara, Rabengeier, Truthahngeier, Zwergseidenaffe, Wasserschwein, Grüne Ameive,  Onchilla, Piranha, Brauen-Glattstirnkaiman, Guirakuckuck, Gürteltier, Rotfuß-Seriema, Faultier, Chile-Flamingo, Königsgeier, Hokko, und hoffentlich demnächst auch wieder Riesenotter, Mähnenwolf und Jaguarundi.


Jetzt muss ich gleich dazuschreiben, dass in Dortmund viel umgebaut wird. Zudem sind zwei Tierhäuser immer noch wegen Corona nicht für die Besucher betretbar. Und da eines der gesperrten Häuser das „Amazonashaus“ ist, sind viele der oben aufgezählten Tiere gar nicht für den Besucher zu sehen. Hinzu kommt, dass zum Beispiel die Riesenotteranlage von den Robben bewohnt ist, weil die eigentliche Robbenanlage komplett neu gebaut wird. Die Gehege und Schutzhäuser der Mähnenwölfe, Wasserschweine und Flachlandtapire werden auch neu gebaut. Und so durchziehen viele weitere Baustellen den Zoo. Dadurch werden einige Wege zu Sackgassen, und viele Besucher sind nicht gerade erfreut, dass der Zoo ausgerechnet dann baut, wenn sie den Zoo besuchen. Doch wo zahlen Erwachsene denn sonst noch nur 7 Euro Eintritt (reduziert wegen Baustellen – regulär wären es 8,50 Euro)? Der Zoo in Dortmund ist, und wird sicher kein Erlebniszoo. Aber er renoviert und erneuert aktuell seine Gehege. Dennoch muss auch gesagt werden, dass das zum Teil auch bitter notwendig war.

 

 

Einige der zuvor genannten Tiere durfte ich schon in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten, und dann fängt man schon an zu überlegen, welche Gemeinsamkeiten das Gehege mit dem Lebensraum hat. Von den klimatischen Gegebenheiten mal abgesehen müssen die Gehege zum einem dem Tier genügen. Auf der anderen Seite müssen sie zweckmäßig eingerichtet (leichte Säuberung und Sicherheit für Mensch und Tier) sein. Und wenn man so manches Gespräch unter Besuchern mitbekommt, muss man sich schon wundern, wenn der Papa zu seinem Sohn sagt, dass dieser vor einem „Nasenbär“ steht, obwohl er sich eigentlich gerade einen Ameisenbär anschaut. Und sich gleichzeitig über die kleinen Gehege aufregt, deren Zäune auch noch verhindern, dass man schöne Fotos machen kann… Es ist dann schon sehr befremdlich, wenn eine Haltung kritisiert wird, obwohl man nicht in der Lage ist, das Tier zu identifizieren, was „falsch, bzw. schlecht“ gehalten wird. Und das, obwohl fünf Meter weiter die Tierart auf einem Hinweisschild auch noch beschrieben wird.

Wie in jedem Zoo sieht man nicht zu jeder Tageszeit alle Tiere. Als Jahreskartenbesitzer kennt man nach ein paar Besuchen auch die Ecken, wo man eigentlich gar keine Tiere erwartet. Durch die aktuellen Baustellen ist die Wegführung für den Gelegenheits-Besucher sicher etwas verwirrend. Auch sind in Dortmund fotografische Meisterleistungen eher nicht zu erwarten, da man den Fokus schon durch viele Gitter richten muss. Wer aber einen gemütlichen Sonntagsspaziergang machen möchte, und sich auf die Suche nach bestimmten Tieren einlässt, der kann auch im Zoo Dortmund eine kurzweilige Zeit erleben. Neben den Südamerikanern findet man hier auch Nashörner, Löwen, Giraffen, Erdmännchen, Orang Utahs, Schabrackentapire, Zwergotter, Binturong, Stachelschwein, Schneeeule, Rothirsch, Felsenkänguru, Amur-Leopard und viele weitere Tiere. Parken kostet am Haupteingang gerade mal zwei Euro, und anschließend kann man kostenlos auch noch durch den Rombergpark schlendern.
Ich jedenfalls bin gerne ein „Freund“ des Dortmunder Zoos. Einmal im Jahr hat man als Dauerkartenbesitzers zusätzlich die Möglichkeit die NRW-Partnerzoos kostenlos zu besuchen.
Wenn der Zoo in ein paar Jahren „fertig“ ist, sollten sich alle wieder wohlfühlen. Mensch und Tier. Die Gastronomie ist ok. Die Currywurst am Giraffengehege ist sehr gut. Und auch das Restaurant am Zooeingang bietet leckeres Essen an. Die Bratwurst bei den Stachelschweinen dient als Snack zwischendurch.
Fazit: Für die Freunde südamerikanischer Tiere ist der Zoo Dortmund dann zu empfehlen, wenn man das ganze Erlebniszoo-Gedöns nicht braucht. Der Umbruch ist zurzeit überall zu spüren. Leider auch an der Wegführung. Da der Zoo viele nachtaktive und scheue Tiere zeigt, gibt es natürlich auch einige verwaiste Gehege. Der im Vergleich zu anderen Zoos niedrige Eintrittspreis rechtfertig aber aktuell einen Besuch. Vielleicht sieht man sich ja mal in Dortmund. Mich findet man meistens bei den Gehegen der Südamerikaner…

Stand: 1. Oktober 2022