Buntnasen.de
   Die Seite über Tiere aus Südamerika & unsere Langhaardackel 

Zoobesuche

(Bilder folgen in den kommenden Tage - entschuldigt die Verzögerung) 


Wer wie ich gerne mit Kamera unterwegs ist, und Tiere als Motiv aussucht kommt fast zwangsläufig an einem Zoo nicht vorbei. Im Zoo kann man Tiere sehen, die hier normalerweise nicht leben. Das mag nicht jeder befürworten. Aber ich für meinen Teil gehe gerne in Zoos, um eben viel über die Tiere anderer Kontinente zu erfahren. Tiere in Zoos sind Repräsentanten ihrer Art. Heute müssen keine Tiere mehr aus ihren Lebensräumen entnommen werden. Viele der hier lebenden Tierarten werden erfolgreich nachgezüchtet. Es gibt Arten von Tieren, die wegen der Lebensraumzerstörung stark bedroht sind. Anzustreben sind natürlich Erhaltungsprojekte in den Herkunftsländern der Tiere. Und viele Arten sind auch gar nicht auf engen Raum haltbar. Und dennoch gibt es Möglichkeiten ihnen künstliche Lebensräume zu schaffen. Ich sehe mir Kaimane, Jaguare, Wasserschweine und Nandus auch lieber in Südamerika an. Und ich hatte auch schon das große Glück eine solche Reise unternehmen zu dürfen. Auch wild lebende Tiere in Griechenland, Spanien, dem früheren Jugoslawien und anderen Ländern durfte ich suchen, finden, beobachten und fotografieren. Aber für die Menschen, denen das nicht möglich ist, denen darf ein Zoobesuch ans Herz gelegt werden. Na gut. Während man in der freien Natur nie weiß, ob und was man entdeckt, ist es im Zoo doch relativ leicht Tiere zu erblicken. Wenn man aber mal eine Zeit lang im Zoo die Menschen beobachtet, merkt man schnell, dass viele gar nicht wegen der Tiere da sind. Zumindest hat das für mich oft den Anschein. Anstatt die Hinweisschilder zu lesen, die den Besuchern die Tiere in den Gehegen vorstellen, hasten vielen Familien von Gehege zu Gehege und sind enttäuscht, wenn sie nicht gleich eines der Tiere entdecken. Dann wird schnell gemeckert und sich beschwert. Wenn Eltern ihren Kindern diese Gleichgültigkeit vorleben, ist es ganz selbstverständlich, dass viele der späteren Erwachsenen Zoos für überflüssig erachten. Natürlich ist in der Vergangenheit vieles falsch gelaufen, wenn es um das Zurschaustellen von Tieren geht. Aber auch bei der Kritik diesbezüglich werden oft immer wieder nur Halbwissen und Gerüchte von vielen Kritikern weitergegeben.
Bitte nicht falsch verstehen. Kritik ist wichtig. Man sollte niemals den Fehler machen und alles hinnehmen was man sieht, und dann nicht für richtig hält. Aber in manchen Fällen wäre es besser, manche gingen erst gar nicht in den Zoo, weil ihnen die Tiere eigentlich egal sind. Und trotzdem kritisieren gerade diese Menschen hinterher, wie „schlecht“ der besuchte Zoo doch war. Kritikpunkte sind oft:
• „Zu kleine Gehege…“
• „Überall Gitter…“
• „Es waren keine Tiere zu sehen…“
• „Die Tiere schlafen nur…“
• „Der Spielplatz war schmutzig, oder zu klein…“
• „Überall Baustellen…“
• „Alles alt…“
• „Zu teuer…“
Über die Größe von Gehegen wird viel diskutiert. Gitter sind sichtbare Barrieren für Tiere, die sie auch akzeptieren. Natürlich würde Glas schöner aussehen, aber für die Tiere ist Glas oft ein nicht sichtbares Hindernis. Rückzuggebiete für die Tiere sind wichtig, damit sie sich mal den Blicken der Menschen entziehen können. Es obliegt dann dem Besucher, wieviel Geduld er aufbringt, um ein Tier wirklich zu sehen. Wenn Tiere sich trotz der Geräuschkulisse in einem Zoo schlafen legen, ist das nicht ein Zeichen von Sicherheit, die sie verspüren? Und wenn der Spielplatz zu dreckig ist, sollten die Eltern etwas mehr darauf achten, dass er sauber bleibt. Und zu klein ist immer Ansichtssache (siehe am Beispiel der Gehegegrößen). Baustellen zeigen den Besuchern, dass alles dafür getan wird, dass es Besuchern und Tieren später besser geht. Altes ist nicht immer schlechter. Und wie teuer darf ein Zoobesuch denn sein?
Wie bereits erwähnt durfte ich im Sommer 2022 den Sumpf im Herzen Südamerikas besuchen. Das Pantanal beherbergt eine Fülle an Tierarten. Jeden Tag gab es etwas anderes zu entdecken. Aber man wusste nie, was hinter der nächsten Flussbiegung auf einen wartete. Dafür habe ich 12500 km mit dem Flugzeug zurückgelegt. Nicht gerade förderlich für unser aller Klima. Und dennoch werde ich auch 2023 ins Pantanal reisen. Kein Zoo der Welt kann mir annähernd das Gesamtbild eines Lebensraumes zeigen. Ich sehe mir die Tiere bewusster und in aller Ruhe in einem Zoo an. Es ist was anderes ein Gürteltier in einem Zoo in seinem Gehege zu beobachten, als einem Gürteltier im Lebensraum zu folgen. Gleiches gilt für Agutis, Leguanen und anderen Tieren. Aber wenn ich in einem Zoo auf Tiersuche gehe, dann mit der nötigen Ruhe, Gelassenheit und Zuversicht, dass ich so viel wie möglich sehe, aber auch nicht enttäuscht bin, wenn ich ein Tier mal nicht sehe. Dann gelingt es mir vielleicht beim nächsten Mal…